Agroforstwirtschaft (AF) „uralt und hochaktuell“ für eine nachhaltige ökologische Landbewirtschaftung
Beim nächsten Treffen, vom 14. bis zum 17. Mai in der DEULA in Witzenhausen beschäftigen wir uns mal wieder mit der Agroforstwirtschaft.
Die Agroforstwirtschaft ist für eine nachhaltige ökologische Landbewirtschaftung im Globalen Süden und im Globalen Norden von überragender Bedeutung.
Wir werden in einem Rückblick über die Anfänge der Agroforstwirtschaft in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Nyabisindu und anderen Projekten hören. AGRECOL ist der Agroforstwirtschaft in besonderer Weise verbunden, denn der Gründungsimpuls für AGRECOL ging in den 1980ern von mehreren Menschen aus, die in Projekten gearbeitet haben, die damals in agrosylviopastoralen Projekten zur nachhaltigen Landnutzung gearbeitet haben.
Wir werden auch von traditionellen kleinbäuerlichen agrosilvopastoralen Systeme in Nigeria und über die heutige Situation der AF in Ghana, mit Betonung auf der Bedeutung von Parkia biglobosa für Frauen in kleinbäuerlichen Gemeinschaften. Über die neuesten Entwicklungen der Agroforstwirtschaft in Deutschland, „Essbare Baumlandschaften“ und spannende Innovationen werden uns externe Fachleute berichten, die wir eingeladen haben.
Auf den Exkursionen am Freitag geht es um neue Ansätze in Deutschland, wie z.B. Agroforstmaßnahmen auf Weideflächen zum Hochwasserschutz in Kombination mit Rohstoffgewinnung für Medizin und Baustoffe. Auf den Versuchsflächen in Frankenhausen, dem Versuchsgut für Ökologische Landwirtschaft der Universität Kassel-Witzenhausen, geht es um das ökologische und ökonomische Zusammenspiel von einjährigen Ackerkulturen mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern. Auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb Hofgut Werratal werden wir Einblicke erhalten, wie dort Ackerbau, Obst- und Nussanbau, Viehhaltung, Soziale Landwirtschaft, Naturschutz und ein Lehrort miteinander verbunden werden.
Am Samstag wollen wir dann, was wir gesehen, gehört und erlebt haben, auswerten und zusammenfassen in Form von kleinen Präsentationen, die einfließen sollen in eine Diskussionsveranstaltung, die auch für Gäste offen sein wird, die nicht am gesamten Wochenende teilnehmen. Dabei wird es um die Bedeutung der AF im globalen Norden und im globalen Süden gehen, mit ihren Vorteilen und Herausforderungen. Wir wollen dabei nicht nur versuchen, mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu beleuchten, sondern uns auch fragen, ob, wie und was AF im Süden und Norden voneinander „lernen“ könnten. Außerdem wollen wir auch Raum geben für einen Besuch des fußläufig gut erreichbaren Tropengewächshauses.
Traditionell sind unsere Frühjahrstreffen immer als Familienwochenenden angelegt – je nachdem, wie viele Kinder diesmal kommen und in welchem Alter sie sind, wollen wir gegebenenfalls für den Freitag- und / oder den Samstagvormittag ein spezielles AF-Programm für Kinder anbieten.
Wir planen wie immer einen Büchertisch zum Thema des Wochenendes und wollen darüber hinaus Raum geben für Posterpräsentationen von Teilnehmern oder auch AgrecolerInnen mit Erfahrungen in AF, die an dem Wochenende leider nicht teilnehmen können.

